Abends gemütlich am knisternden Feuer sitzen – diese Vorstellung ist verlockend. Alte Kaminöfen stoßen jedoch verhältnismäßig viel Feinstaub aus. Bei Öfen, die die Umwelt zu sehr belasten, besteht nun die Gefahr, dass sie zum Jahresende stillgelegt werden. Und wer umweltschonend heizen will, sollte ohnehin einige wenige Grundregeln beachten.

Schon vor Urzeiten lernten die Menschen wie sie aus Holz Feuer machten. Die Zähmung von Wildfeuern – z.B. aus Blitzschlägen – und später die Kunstfertigkeit, Flammen zu entfachen und die Glut zu beherrschen waren wichtige Schritte der Menschwerdung. Feuer war der Motor, der entscheidende, zivilisatorische  Erfindungen wie das Garen und Räuchern von Lebensmitteln, oder die Herstellung von Keramik und Bronze möglich machte, aber die Menschen eben auch wärmte.

Der Holzofen in den eigenen vier Wänden hat – trotz zahlreicher vielleicht praktischerer Alternativen – nie an Attraktivität verloren. Ganz im Gegenteil: Holz als Heizstoff ist insbesondere in Großstädten so beliebt wie seit Jahren nicht mehr. Warum auch nicht? Während die Ära des Öls langsam ihrem Ende entgegen sieht, genießt Holz als Heizstoff  noch immer einen exzellenten Ruf.

Das Hauptargument, das oft für das Holz vorgebracht wird: Es handelt sich dabei um einen nachwachsenden und dadurch ökologisch sinnvollen Brennstoff. Doch dieses Argument ist ein fadenscheiniges. Ende letzten Jahres stellte das Umweltbundesamt alarmierend fest: „Die Feinstaub-Emissionen aus kleinen Holzfeuerungsanlagen übersteigen in Deutschland mit etwa 24.000 Tonnen mittlerweile die aus den Motoren von Lkw und Pkw.”

Allein: Der Trend zum Kaminfeuer ist kein deutsches, sondern ein europäisches Problem. Experten sehen in der Holzfeuerung die Hauptquelle von Rußpartikeln in der EU. Eine Studie der dänischen Universität Aarhus hat jüngst die Emissionen aus Holzheizungen mit jenen aus dem Verkehr in Kopenhagen verglichen. Das Ergebnis: 17.000 Holzöfen produzieren während der kalten Jahreszeit genau so viel gefährlichen Feinstaub wie der komplette Straßenverkehr im gesamten Jahr.

Neue Regelung ab 2018

Jetzt hat der Gesetzgeber auf diese Entwicklung reagiert: Ab 2018 droht allen Kaminöfen, die vor dem 1. Januar 1985 gebaut wurden, die Stilllegung. Um eine Außerbetriebnahme zu vermeiden, muss die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte nachgewiesen werden können. Dazu müssen die betroffenen Kaminöfen unter Umständen mit einem Staubfilter nachgerüstet werden. Wer sich nicht sicher ist, ob sein Kaminofen zu viele Schadstoffe ausstößt, kann sich von seinem Schornsteinfeger beraten lassen.

Eine geringe Luftzufuhr – und vor sich hin glimmendes Feuer – mag sich aus wirtschaftlicher Sicht mehr lohnen, ist aber Gift für die Umwelt. Bei starker Verbrennung mit viel Luft entsteht idealerweise nur Kohlendioxid (CO2), Asche und Wasser. Dieses CO2 wirkt auch nur dann klimaschädlich, wenn mehr Holz verbrannt wird, als nachwächst.

Die Praxis zeigt, dass Kaminöfen die Umwelt oft mehr belasten, als die Hersteller es zuzugeben bereit ist. Doch auch der Verbraucher kann durch das „richtige Heizen” den Ausstoß von CO2, Feinstaub und sonstigen Schadstoffen minimieren. Als Faustregel gilt: Je höher die Temperatur, desto sauberer ist die Verbrennung. Kaminöfen mit großen Fenstern sind zwar optisch ansprechend aber: Durch das Glas strahlt viel Wärme ab und das kühlt den Brennraum.

„Richtiges Heizen” statt empfindlicher Strafen

Unterdessen beeinflussen viele Faktoren den realen Schadstoffausstoß des Ofens: Die Zündphase, der Ausbrand bis zum Erlöschen, das Nachladen neuer Scheite und natürlich die Luftzufuhr. Für eine saubere und vollständige Verbrennung braucht Holz ausreichend Sauerstoff. Sparfüchse drosseln zwar gerne die Luftzufuhr, weil das Feuer dann länger vor sich hin glimmt, aber der Umwelt ist damit nicht geholfen. Idealerweise entstehen bei einer sauberen Verbrennung nur Kohlendioxid (CO2), Asche und Wasser. Überdies entwickelt Holz bei richtiger umweltverträglicher Verbrennung einen hohen Wirkungsgrad und eine hohe Verbrennungstemperatur. Um diese erzeugte Energie gänzlich nutzen zu können, benötigt ein „wirtschaftlicher Ofen” mehr Masse zum Speichern und Abgeben der Wärme.

Jedenfalls hat das „Richtige Heizen” an Bedeutung gewonnen: Die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte wird ab 2018 im Rahmen einer Feuerstättenschau überprüft. Ein Verstoß führt zur Stilllegung des Kaminofens durch den Schornsteinfeger und kann darüber hinaus mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Wer mit einem historischen Ofen heizt, ist von dieser Regelung aber nicht betroffen.

Historisch ist ein Ofen, wenn er vor 1950 gebaut wurde. Für Kaminöfen der Baujahre 1985 bis 1994 gilt noch eine Schonfrist bis zum 31. Dezember 2020. Bei Geräten, die zwischen 1995 bis einschließlich 21. März 2010 gebaut wurden, ist der Zeitpunkt der Nachrüstung oder Außerbetriebnahme der 31. Dezember 2024. Wer also in Zukunft nicht auf Kaminwärme verzichten möchte tut gut daran, die vom Hersteller angegebenen Werte vom Schornsteinfeger überprüfen zu lassen und vor allem so zu heizen, dass die Stube warm und die Emission gering bleibt.