Dass Verbraucher über zu hohe Stromkosten klagen, ist gewiss nichts Neues. Wenn der Anbieter sich auf keinen günstigeren Kurs einlässt, kann man jederzeit seinen Stromdienstleister wechseln. Doch leichter gesagt als getan: Anbieter gibt es sehr viele und die Unterschiede sind nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Online-Vergleichsportale erleichtern jedoch den Anbieterwechsel.

Strom kommt aus der Steckdose? Diese Binsenweisheit gilt nur bedingt. Denn hinter der Steckdose verbirgt sich ein Stromanbieter, der jede Kilowattstunde zählt und entsprechend abrechnet. Mit dem Strom hat es ohnehin eine besondere Bewandtnis auf sich: Während die einen Verbraucher eher auf den Preis und ihr zur Verfügung stehendes Budget achten, zahlen andere Verbraucher gerne auch mal mehr. Hauptsache ihr Strom hat nichts mit Kohle oder Kernkraft zu tun, sondern speist sich aus erneuerbaren Quellen.

Gründe, den Stromanbieter zu wechseln, gibt es also genug. Hier erfahren Sie in 5 Schritten, worauf Sie dabei achten sollten.

Schritt 1: Rechnung ansehen

Wer seine Jahresstromrechnung gerade nicht zur Hand hat – weil verloren, verlegt, nicht aufgehoben, oder aus sonstigen Gründen –, sollte seinen Anbieter kontaktieren und die Rechnung anfordern. Im Grunde genügt der Jahresbetrag, aber dieser ist als Vergleichswert zu anderen Anbietern zwingend notwendig .

Schritt 2: Nachverhandeln

Wenn Sie aus reinen Kostengründen wechseln wollen, empfiehlt es sich zunächst, Ihren aktuellen Stromanbieter diesen Wunsch mitzuteilen und zu versuchen, einen günstigeren Tarif zu verhandeln. Wenn der Anbieter sich weigert, können Sie immer noch wechseln.

Schritt 3: Genau hinsehen

Es empfiehlt sich, genau hinzusehen: Strom rein aus Wind- oder Solaranlagen ist nicht unbedingt teurer als aus konventioneller Gewinnung. Quelle: pexels.com

Woher weiß man überhaupt, welcher Tarif zu viel ist? Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können die Verbraucherzentrale kontaktieren und sich die aktuelle Preistabelle zuschicken lassen. Dieser Service kostet jedoch bare Münze.
Die kostenlose Alternative sind Vergleichsportale im Internet. Diese sind via Google-Suche leicht zu finden und benötigen an persönlichen Daten i.d.R. nur ihre Postleitzahl. Dort erhalten sie eine Übersicht zu allen relevanten Stromanbietern, wie diese ihren Strom gewinnen (konventionell oder grün) und was die einzelnen Kilowattstunden kosten.

Schritt 4: Konventionelle vs. grüne Anbieter

Selbst wenn man mit Kohle- oder Atomstrom guten Gewissens leben kann, empfiehlt sich der Blick auch auf Anbieter, die ihren Strom rein aus Wind- oder Solaranlagen gewinnen. Diese werden teilweise staatlich gefördert und können somit Preise aufrufen, die denen der großen konventionelle Anbieter wie RWE, Vattenfall, etc. in nichts nachstehen. Darüberhinaus sind die Weichen für den Ausstieg aus Kohle und Atomkraft unlängst gestellt.

Schritt 5: Vergleichen und Bonus mitnehmen

Für einen fundierten Vergleich benötigen Sie zunächst den Grund- und Verbrauchspreis. Außerdem müssen Sie die Strom- und Mehrwertsteuer in ihre Kalkulation mit einbeziehen. Damit Sie auch in Zukunft flexibel bei der Auswahl ihres Anbieters bleiben, sollte die Kündigungsfrist nicht länger als einen Monat betragen.

Und last but not least: Viele Anbieter bieten beim Wechsel eine Art Bonus an. Doch diese Rabattaktionen sind mit Vorsicht zu genießen: Die ihnen in Aussicht gestellte Wechselprämie – ein Betrag X – sollte in ihre Kalkulation zwar Eingang finden, aber derartige Boni gelten i.d.R. nur im ersten Jahr. Deshalb müssen Sie sich abschließend die Frage stellen: Lohnt sich der neue Anbieter auch im zweiten Jahr, wenn es keine Wechselprämie mehr gibt?